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BEV - Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen
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APOS - Austrian Positioning Service

Qualität

Datenquelle

GNSS-Referenzstationen

Datenerfassung und -verarbeitung

Die APOS-Referenzstationen (siehe Abb.1 und Tab.1) realisieren die oberste Ebene des europäischen Bezugssystems ETRS89 (European Terrestrial Reference System 1989) in Österreich und entsprechen der EUREF Class A Spezifikation (Koordinatenwiederholbarkeit besser als ±1 cm). In Zusammenarbeit mit der Abteilung Satellitengeodäsie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI) werden zur Zeit 36 GNSS-Referenzstationen permanent betrieben. Ergänzend liefern acht GNSS-Referenzstationen der Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (KELAG) Stationsdaten im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Vertrages an die APOS-Servicezentrale. Die Stationen WELS und GMUNDEN wurden im Mai 2017 abgebaut und durch die neue APOS-Referenzstation VÖCKLABRUCK ersetzt.

Übersicht der verfügbaren Stationen samt Zuordnung zu den Betreibern
 
Abb. 1: Übersicht der verfügbaren Referenzstationen
APOS - Referenzstationen
CODE Bezeichnung Betrieb seit TP-Nummer Breite Länge
Ell. Höhe
[m]
AMST Amstetten 2005 639-053 L1 48° 07' 20" 14° 52' 16"
347
BLEI Bleiburg 1999 445-204 L1 46° 35' 23" 14° 47' 38"
538
DIEN Dienten 2006 125-124 L1 47° 23' 21" 13° 02' 03"
1335
DLBG Deutschlandsberg 2003 404-189 L1 46° 48' 49" 15° 12' 47"
431
DOER Dörflach 2006 243-102 L1 47° 32' 58" 15° 16' 24"
849
FLDB Feldbach 2005 471-192 L1 46° 57' 11" 15° 52' 57"
348
FLDK Feldkirch 2003 022-140 L1 47° 13' 53" 09° 34' 50"
570
FRST Freistadt 2005 237-016 L1 48° 30' 31" 14° 30' 12"
622
GMUE Gmünd 2008 320-005 L1 48° 46' 19" 14° 59' 12"
 553
GRAZ Graz 1992 306-164 B1 47° 04' 02" 15° 29' 37"
538
HBLT*) Heiligenblut 2017 N.N. 47° 03' 55" 12° 51' 27"
2609
HKBL Hauser Kaibling 2000 072-127 L1 47° 22' 38" 13° 46' 17"
1920
HORN Horn 2007 678-021 L1 48° 39' 48'' 15° 38' 48"
387
INBK Innsbruck 2011 348-118 L1 47° 15' 51" 11° 20' 43"
664
KLAG Klagenfurt 1999 538-202 L1 46° 36' 25" 14° 19' 10"
500
KOET Koetschach 2001 207-197 L1 46° 40' 27" 13° 00' 34"
756
KOPS Kops 2004 089-170 A1 46° 58' 26" 10° 06' 56"
1907
KRBG Landeck/Krahberg 2001 006-145 L1 47° 08' 46" 10° 37' 37"
2258
KTZB Kitzbühel 2004 297-122 L1 47° 25' 06" 12° 21' 34"
1848
LANK Landskron 2000 040-201 L1 46° 37' 51" 13° 53' 34"
583
LECH Lech 2003 184-143 L1 47° 13' 27" 10° 08' 21"
1823
LEON Bad St. Leonhard 1999 328-187 L1 46° 58' 15" 14° 47' 09"
769
MSTB Mistelbach 2007 485-025 L1 48° 34' 12'' 16° 36' 35''
248
LIES Lieserhofen 2001 369-182 L1 46° 49' 48" 13° 28' 36"
689
MUEN Münster 2004 148-120 L1 47° 25' 16" 11° 49' 56"
599
OBWT Oberwart 2007 574-137 L1 47° 17' 21" 16° 12' 47"
382
PATK Patscherkofel 1995 071-148 L1 47° 12' 29" 11° 27' 37"
2298
PFAN Pfänder 1997 039-082 L1 47° 30' 55" 09° 47' 05"
1090
POEL Pöls 2006 160-160 L1 47° 13' 15" 14° 34' 42"
856
RIED Ried 2003 438-047 L1 48° 12' 12" 13° 29' 11"
505
ROHR Rohrbach 2003 504-014 L1 48° 34' 11" 13° 59' 43"
658
SBGZ Salzburg/Gaisberg 1998 008-064 L1 47° 48' 12" 13° 06' 38"
1323
SECK Schareck 2013 N.N. 47° 02' 23" 13° 01' 14"
3152
SILL Sillian 2013 106-195L1 46° 44' 50" 12° 25' 13"
1139
SPDR*) Spittal/Drau 2017 N.N. 46° 47' 49" 13° 29' 43"
628
STPO St.Pölten 1999 608-056 L1 48° 12' 11" 15° 37' 59"
342
TAMS Tamsweg 2010 263-157 L1 47° 07' 31" 13° 48' 48"
1088
TREI Treibach 2001 467-186 L1 46° 51' 39" 14° 27' 50"
671
TRFB Trafelberg 2004 301-075 L1 47° 55' 41" 15° 51' 32"
1093
VLCH Villach 1998 384-201 L1 46° 36' 25" 13° 51' 02"
572
VKLB Vöcklabruck 2016 N.N. 48° 00' 18" 13° 39' 06"
506
VLKM*) Völkermarkt 2001 430-204 L1 46° 39' 41" 14° 37' 34"
527
WIEN Wien 1999 1350-059 L2 48° 13' 08" 16° 22' 23"
244
WIND Windischgarsten 2004 284-098 L1 47° 43' 22" 14° 18' 08"
640

   *)
Monitorstation (nicht in APOS-PP verfügbar)

Tab. 1: APOS-Referenzstationsliste (Koordinaten genähert - ETRS89)

Als Standorte für die APOS-Referenzstationen bzw. -antennen werden grundsätzlich nur stabile Gebäude verwendet, die den hohen Anforderungen von APOS genügen. Im alpinen Bereich sind die Objekte zur Aufnahme der GNSS-Antennen hauptsächlich im Felsuntergrund verankert. Auf den Referenzstationen werden die Signale von GNSS-Satelliten empfangen, gespeichert und weiterverarbeitet. Die 3-dimensionalen Koordinaten dieser Stationen beziehen sich seit dem 1.1.2004 auf das European Terrestrial Reference System 1989 (ETRS89) und werden durch tägliche Berechnungen kontrolliert. APOS Referenzstationen stellen die oberste Ebene des österreichischen 3D-Bezugsrahmens dar und entsprechen der Class A - EUREF Spezifikation (1cm Wiederholbarkeit).

APOS-PP:

Für die APOS-Referenzstationen (siehe Abb.1 und Tab.1) sind RINEX-Daten erhältlich. Bei den im Header der RINEX-Dateien ersichtlichen ETRS89-Stationskoordinaten handelt es sich um Näherungskoordinaten.

APOS Real Time:

APOS Real Time basiert auf der Umsetzung einer österreichweiten und gleichzeitig international länderübergreifenden Stationsvernetzung (siehe Abb. 2) und stellt somit das homogene 3D-Koordinatensystem ETRS89 wahlweise mittels APOS-RTK (cm-genau) oder APOS-DGPS (dm-genau) in Echtzeit bereit. Durch die auf Kooperationsverträgen basierende Zusammenarbeit mit den Stationsbetreibern der Nachbarstaaten (SAPOS-Deutschland, AGNES-SWIPOS-Schweiz, SIGNAL-Slowenien, SKPOS-Slowakei, STPOS-Autonome Provinz Bozen sowie GNSSnet.hu-Ungarn und CZEPOS-Tschechische Republik) wird zusätzlich eine erhöhte Systemverfügbarkeit verbunden mit gesteigerter Performance bis an die Staatsgrenzen gewährleistet.

Für die Modellierung der entfernungsabhängigen Einflüsse werden flächendeckend für ganz Österreich die Systeme GPS und GLONASS verwendet!

Die räumliche Verfügbarkeit von APOS-RTK
Abb. 2: APOS - Stationsvernetzung

Seit Anfang 2009 ist die länderübergreifende Vernetzung mit allen benachbarten Vermessungsverwaltungen realisiert.

Allgemeine Lagegenauigkeit

Die mit APOS erzielbare Genauigkeit kann je nach Anwendung von folgenden Faktoren abhängen: Messgerät, Messdauer, Punktumgebung und Auswertesoftware. Unter optimalen Bedingungen können folgende Genauigkeiten erreicht werden:

APOS Produkt
Datenformat/
Modus
Zugang
Mountpoint (MP)
GPS
GLONASS
GIS Grid
Genauigkeit Lage
Genauigkeit Höhe
ETRS891
MGI
ETRS891
MGI
APOS-PP
RINEX 2.10
BEV Shop APOS
 
± 1,0 cm
  
± 1,0 - 2,0 cm
 
APOS-DGPS
RTCM 2.3 (VRS)
Mobile Internet/
(MP: APOS_DGPS)
 
± 0,5 m
 
± 1,0 m
 
APOS-RTK
RTCM 2.3 (VRS)
Mobile Internet/
(MP: APOS_VRS)
 
 ± 1,5 cm
 
± 4,0 cm
 
RTCM 3.1 (VRS)
Mobile Internet/
(MP: APOS_VRS3)
 ± 1,5 cm
< 15,0 cm
± 4,0 cm
< 15,0 cm
RTCM 3.1 (MAC)
Mobile Internet/
(MP: APOS_NET3)
 
 ± 1,5 cm
< 15,0 cm
± 4,0 cm
< 15,0 cm

Auf Basis eines engmaschigen interpolierten Gitternetzes (Maschenweite 30" x 45"), welches für ganz Österreich die Abweichungen (Inhomogenitäten) zwischen dem europäischen System ETRS89 und dem österreichischen System der Landesvermessung MGI beschreibt, kann mit Mobile Internet (RTK) eine einheitliche Online-Transformation vom System ETRS89 in das staatliche System MGI mit dm- Genauigkeit via RTCM 3.1 in Echtzeit durchgeführt werden. Dieses GIS-Grid wurde aus ca. 28.000 Identpunkten des staatlichen Festpunktfeldes 1.-5. Ordnung abgeleitet. Für Katasteranwendungen sind diese Daten allerdings nicht geeignet!

Auswirkung_der_Sonnenaktivitaet_auf_APOS.pdf (54KB)

Fortführung

Der Datenbestand liegt flächendeckend für ganz Österreich vor.

Allgemeine Vollständigkeit

Die GNSS-Referenzstationen sind permanent in Betrieb (siehe Datenerfassung und -verarbeitung). RINEX-Dateien mit 1, 5 oder 15 Sekunden Datenintervall werden nach 60 Tagen automatisch gelöscht und stehen danach nicht mehr für Kundenbestellungen zur Verfügung. RINEX Dateien mit 30 Sekunden Datenintervall werden hingegen permanent archiviert und sind ab dem Zeitpunkt des Stationsaufbaues bzw. seit Beginn der routinemäßigen Datenaufzeichnung erhältlich (nur als 24 h-File).

Eine 100%-Verfügbarkeit von RINEX-Daten liegt für eine APOS Referenzstation dann vor, wenn Code- und Phasenmessungen auf den L1/L2 GPS-Frequenzen pro gewählter Epoche für mindestens 5 GPS-Satelliten fehlerfrei aufgezeichnet wurden.
GLONASS-Daten werden derzeit bei der Ermittlung der Verfügbarkeit nicht berücksichtigt.

Ausfallssicherheit und Qualitätssicherung:

Umfangreiche Redundanz- und Ausfallskonzepte sowie spezielle Kontroll- und Prüfmechanismen stellen die kontinuierliche Service-Qualität von APOS sicher. APOS beinhaltet ein mehrstufiges Monitoring- und Qualitätssicherungskonzept, das höchsten Genauigkeits- und Verfügbarkeitsansprüchen genügt. Zu den wesentlichen Leistungsmerkmalen zählen:

  • die österreichweit flächendeckende Unterstützung von GPS und GLONASS;
  • der Einsatz von GNSS-Empfängern mit internem Datenspeicher, welche die Datenbereitstellung auch bei Leitungsstörungen gewährleisten;
  • ein ausgeklügeltes Monitoringkonzept inkl. Remote Power Management für jede einzelne APOS-Referenzstation via TCP/IP;
  • die durchgängige Verwendung von USV`s (Unterbrechungsfreie Stromversorgungen) und Remote Power Management, die den kontinuierlichen Betrieb auch bei temporären Unterbrechungen der Energieversorgung sichern;
  • das VRS-Konzept, das in Kombination mit einem Referenzstationsabstand von max.
    50-70 km einen störungsfreien Betrieb auch im Falle von Einzelstationsausfällen gewährleistet;
  • Unterstützung von MAC - Master Auxiliary Concept;
  • die Bereitstellung eines GIS-Grids für eine homogene flächendeckende Datumstransformation zwischen den Systemen ETRS89 und MGI mit einer Genauigkeit < 15 cm;
  • eine 100%-ig redundante APOS-Servicezentrale, welche unter Verwendung zweier völlig unabhängiger Rechenzentren größtmögliche Ausfallsicherheit gewährleistet;
  • ein Echtzeit-Koordinatenmonitoring und ein ausgeklügeltes Alarmierungskonzept zur raschen Störungsdetektion;
  • die routinemäßige Stabilitätsüberwachung der APOS-Stationskoordinaten und weiterer entscheidender Leistungsparameter zum Zwecke der Einhaltung des ETRS89-Referenz-rahmens mit einer 3D-Genauigkeit von besser als ±1 cm;
  • die regelmäßige Systemüberprüfung mit Hilfe zahlreicher Test- und Vergleichsmessungen an hochgenauen, homogenen Punkten des österreichischen Grundnetzes durch Außendienstmitarbeiter des BEV. Die dabei erreichten Genauigkeiten betragen ±1,5 cm für die Lage und ±4,0 cm für die Höhe (1 sigma).

Höhere Gewalt:

Höhere Gewalt oder andere unvorhergesehene Hindernisse in der Sphäre des BEV entbinden dieses von der Einhaltung der vereinbarten Verpflichtungen. Betriebsstörungen im Bereich des Vertragspartners gelten auch als höhere Gewalt und befreien das BEV für die Dauer der Behinderung von der zu erbringenden Leistung, ohne dass dem Vertragspartner dadurch Ansprüche auf Preisminderung entstehen.