Seite wird geladen ...
Page is being loaded ...

BEV - Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen
Home MyBEV Config Basket Contact Sitemap Search Help
Höhen-Grid plus Geoid

Qualität

Datenquellen

a)

Höhen-Grid plus Geoid:

Gebrauchshöhen von Punkten des Präzisionsnivellement und des nachgeordneten Nivellements

Schweredaten von Schwere- und Höhenpunkten der Schweredatenbank

Digitales Geländehöhenmodell (DGM)

Geoidundulationen von Österreich im System GRS80

b)

Korrekturwerte des Lagefestpunktfeldes:

MGI- und ETRS89 Koordinaten von Lagefestpunkten 1.- 6. Ordnung

Geoidundulationen

Höhen-Grid

Datenerfassung und -verarbeitung

a) Höhen-Grid plus Geoid

Abbildung 1: Prinzipskizze Höhenbezugsflächen

Hgeb
Horth
Hell
ΔHHGridplus
g*
γ *
Gebrauchshöhe bezogen auf Adria 1875 (H.ü.A.)
orthometrische Höhe abgeleitet aus dem EVRS bezogen auf Amsterdam
Ellipsoidische Höhe (ETRS89) bezogen auf das GRS80 Ellipsoid
Differenzwert Hell-Hgeb
Mittlere Schwere der Lotlinie
Mittlere Normalschwere der Lotlinie

Das Höhen-Grid plus Geoid stellt die Differenz Hell - Hgeb in einem Gitterpunktabstand von ca. 500 m (φ x λ = 15"x22,5") dar. Das bedeutet: um von einem beliebigen ellipsoidischen Höhenwert im ETRS89/GRS80 in das Niveau der Gebrauchshöhen (MGI) zu gelangen, muss der lagemäßig interpolierte Wert aus dem Höhen-Grid plus Geoid (ΔHHGridplus) von der ellipsoidischen Höhe abgezogen werden:

Hgeb = Hell - ΔHHGridplus

Ausgehend von den Linien des Präzisionsnivellements sowie einiger Linien des nachgeordneten Nivellements, wurde zunächst das Grid 1 erstellt, das die Differenzen zwischen den Gebrauchshöhen im MGI und den Normalhöhen im EVRS über die Gesamtfläche von Österreich darstellt (lageabhängige Differenzen). Weiters wurde ein Grid 2 erstellt, welches den höhenabhängigen Anteil aus dem Schwerefeld im Übergang Normalhöhe - orthometrische Höhe beinhaltet. Um die Geländestruktur des Alpengebietes ausreichend zu erfassen, wurde für das Grid 2 zusätzlich zu den 54 000 vorhandenen Schwerepunkten für weitere 50 000 TP und 358 800 Geländepunkte mit einer Gitterweite von ca. 500 m der höhenabhängige Anteil aus dem Bouguerschwerefeld berechnet. Grid 3 beinhaltet die Geoidundulationen Österreichs in ETRS89/GRS80 interpoliert auf die Gitterpunkte des Höhen-Grids.

Grid 1 = Hnorm - Hgeb

Grid 2 = Horth - Hnorm ~ [(γ*- g*)/g*] • Hgeb

Grid 3 = NETRS89 … Geoidundulationen

ΔHHGridplus = (Horth - Hgeb) - Hell = (Grid 1 + Grid 2) - Grid 3

b) Die Korrekturwerte des Lagefestpunktfeldes kLFP zum Höhen-Grid werden aus den amtlichen MGI- und ETRS89-Koordinaten der Lagefestpunkte (LFP), den zugehörigen Geoidundulationen und dem Höhen-Grid abgeleitet:

kLFP = Horth - Hgeb(LFP) - ΔHHGrid

Die Gebrauchshöhen der Lagefestpunkte sind vorwiegend (90%) aus trigonometrischen Höhenmessungen und nur zu einem geringen Teil aus Nivellementmessungen (5%) oder über GPS (5%) abgeleitet. Diese Höhenwerte beinhalten systematische Anteile aus der Refraktion, der Nichtberücksichtigung von Lotabweichungen, der Bestimmung zu verschiedenen Zeitpunkten, der Höhenänderungen wegen Bodenbewegungen etc. Die Summe dieser Effekte wird durch den Korrekturwert kLFP beschrieben.

Die Umwandlung einer Gebrauchshöhe Hgeb(LFP) aus der Punktkarte in eine Gebrauchshöhe Hgeb(Niv) im Niveau der Nivellementhöhen erfolgt durch

Hgeb(Niv) = Hgeb(LFP) + kLFP

Korrekturwerte können nur für Punkte angegeben werden, die ETRS89-Koordinaten besitzen und im Produkt "Festpunkte ETRS89" enthalten sind.

Literatur:

Ch. Briese, N. Höggerl, E. Imrek, J. Otter, D. Ruess: Transformation von GNSS-Höhen in österreichische Gebrauchshöhen mittels einer Transformationsfläche (Höhen-Grid). Österreichische Zeitschrift für Vermessung und Geoinformation 99. Jg., Heft 4/2011, S.267 - 281, Wien 2012.

J. Otter: Transformationsflächen für die Umrechnung zwischen ETRS89 und MGI in Österreich. Österreichische Zeitschrift für Vermessung und Geoinformation. 100. Jg., Heft 3/2012, S. 333-340, ISSN 1605-1653.

Allgemeine Höhengenauigkeit

Die Genauigkeit der Anpassung (1σ) liegt im Bereich der Nivellementlinien in Niederungen bei ± 0,5 cm, im Mittelgebirge <± 2,0 cm und in Hochgebirgsregionen > ± 2,0 cm. Anhand von Testrechnungen abseits der Nivellementlinien wird die Genauigkeit mit < ± 5 cm abgeschätzt. Die Genauigkeit des Geoides beträgt ca. ± 3.0 cm (siehe Produkt: „Geoid und Lotabweichungen“).

Daraus ergibt sich eine Höhengenauigkeit für das Höhen-Grid plus Geoid von (1 σ) ca. ± 3,5 cm im flachen Gelände, in Gebirgsregionen von ca. ± 6 cm.

Fortführung

Ergänzung nur der Korrekturwerte zu den Höhen der Lagefestpunke bei Vorliegen weiterer ETRS89-Koordinaten an Festpunkten 1.- 6. Ordnung sowie Aktualisierung bei Änderungen an der Punktstabilisierung (Auflagenänderung).

Allgemeine Vollständigkeit

Flächendeckend für ganz Österreich (1 km Überlappungsbereich an der Staatsgrenze)