5 Jahre APOS: Zentimetergenaue Satellitennavigation stärkt Österreichs Landwirtschaft 10.02.2026 - Seit fünf Jahren ermöglicht der Satellitenpositionierungsdienst APOS der Landwirtschaft zentimetergenaue Spurführung – für effizienteres Arbeiten, weniger Ressourcenverbrauch und mehr Nachhaltigkeit.
Seit fünf Jahren steht Landwirtinnen und Landwirten in Österreich mit dem Satellitenpositionierungsdienst APOS des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen – BEV ein zentrales Werkzeug für moderne und ressourcenschonende Bewirtschaftung zur Verfügung. Was ursprünglich als technisches Service begann, ist heute aus der landwirtschaftlichen Praxis kaum mehr wegzudenken.
APOS – der Austrian Positioning Service – ermöglicht mithilfe von Satellitennavigation das hochpräzise Lenken landwirtschaftlicher Maschinen. Traktoren und Geräte können damit Ackerflächen bis auf wenige Zentimeter genau bearbeiten – nahezu ohne Überlappung der Fahrspuren. Das bringt klare Vorteile: Der gezielte Einsatz von Saatgut, Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln und Treibstoff reduziert Kosten, schont Umwelt und Klima und spart wertvolle Arbeitszeit. Gleichzeitig wird die körperliche und mentale Belastung der lenkenden Person deutlich verringert, da moderne Lenksysteme die Maschinenführung weitgehend automatisieren.
Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt
Der Start des Vorhabens geht auf einen Auftrag aus dem Regierungsprogramm 2020 zurück. Ziel war es, moderne Satellitennavigation für die land- und forstwirtschaftliche Praxis österreichweit verfügbar zu machen. APOS für die Land- und Forstwirtschaft ist ein gemeinsames Projekt des BEV, des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Landwirtschaftskammern. Die enge Zusammenarbeit zwischen technischer Expertise und praktischen Anforderungen der Betriebe hat maßgeblich zum Erfolg beigetragen.
Seit der Einführung des kostenfreien Dienstes am 1. Februar 2021 wächst die Nutzung kontinuierlich: Jährlich kommen mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe hinzu. Aktuell verwenden rund 6.500 Landwirtinnen und Landwirte den APOS-Dienst mit insgesamt über 8.000 landwirtschaftlichen Geräten.
Die technische Grundlage von APOS bildet ein Referenzstationsnetzwerk mit rund 40 permanenten Satellitenmessanlagen in Österreich sowie einer vergleichbaren Anzahl an Referenzstationen im angrenzenden Ausland. Die Satellitendaten des Referenzstationsnetzwerks werden von rund 20 virtuellen Servern mit etwa 100 Terabyte Speicher in Echtzeit verarbeitet. Dadurch ist eine flächendeckende und grenzüberschreitend homogene Positionsbestimmung gewährleistet.
Verlässliche Technik – kontinuierliche Weiterentwicklung
Von Beginn an stand eine einfache, stabile und kundenfreundliche Nutzung im Mittelpunkt. Durch den laufenden Austausch der beteiligten Institutionen sowie kontinuierliche technologische Weiterentwicklung konnte ein störungsfreier Betrieb über mehr als fünf Jahre gewährleistet werden. Ein nächster technischer Meilenstein ist bereits in Vorbereitung: Künftig sollen zusätzlich auch Beidou-Satelliten in den Dienst eingebunden werden, um Genauigkeit und Verfügbarkeit weiter zu erhöhen.
Präzision aus Österreich – für Österreich
APOS basiert auf einem österreichweiten Netz hochgenauer Referenzstationen und nutzt mehrere internationale Satellitensysteme gleichzeitig. Durch Kooperationen mit benachbarten Ländern steht damit ein flächendeckender, grenzüberschreitend einheitlicher Positionierungsdienst zur Verfügung – eine wichtige Grundlage nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für Vermessung, Bauwesen, Forschung und Digitalisierung.
Alle Informationen zur Registrierung und Nutzung von APOS für die Land- und Forstwirtschaft sind
unter www.lko.at/apos-rtk abrufbar.
Fachbegriffe einfach erklärt
APOS (Austrian Positioning Service) ist der amtliche Satellitenpositionierungsdienst des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen – BEV. Er verbessert die Genauigkeit der satellitengestützten Positionsbestimmung von mehreren Metern auf wenige Zentimeter.
GNSS steht für Global Navigation Satellite System. Darunter fallen internationale Satellitensysteme wie GPS (USA), Galileo (EU) oder GLONASS (Russland). APOS nutzt mehrere dieser Systeme gleichzeitig – das erhöht Genauigkeit und Ausfallsicherheit.
Referenzstationen sind hoch genau vermessene GNSS-Antennen, die laufend Satellitensignale empfangen. Da ihre exakte Position bekannt ist, können die Abweichungen der Signalausbreitung berechnet und als Korrekturdaten in Echtzeit an landwirtschaftliche Maschinen weitergegeben werden.
RTK (Real Time Kinematic) ist ein Verfahren, bei dem Satellitensignale in Echtzeit korrigiert werden. Dadurch wird eine zentimetergenaue Positionsbestimmung möglich – eine zentrale Voraussetzung für moderne landwirtschaftliche Lenksysteme.