Österreichs Vermesser: Doku-Premiere am 6. Juni auf ORF III 03.06.2026 - Position, Richtung, Entfernung – alles auf Knopfdruck. Aber was steckt dahinter? Das Filmemacher-Duo Schukoff holt mit „Österreichs Vermesser – Von der Messlatte zum Satelliten" den Vermessungsberuf vor den Vorhang. TV-Premiere am 6. Juni auf ORF III – mit Aufnahmen aus dem BEV.

Mit „Österreichs Vermesser – Von der Messlatte zum Satelliten" widmen Alexander und Nadeschda Schukoff ihren Dokumentarfilm einem Beruf, der meist im Hintergrund arbeitet und doch elementare Grundlagen unseres Alltags liefert: das Vermessungswesen. Gedreht wurde 2025 unter anderem auch im BEV. Die Erstausstrahlung ist am Samstag, 6. Juni 2026, auf ORF III. Im Gespräch erzählen die beiden, wie aus einem ersten Hintergrundgespräch ein eigenständiges Projekt wurde – und was sie an der Vermessung am meisten überrascht hat.

Ihre Intention ist es, 45-minütige Dokumentarfilme mit hohem Bildungswert zu produzieren – spannend erzählt und dramaturgisch gestaltet. Alexander Schukoff: "Vielleicht ist es kein Zufall, dass auch eine Unterrichtsstunde 45 Minuten dauert: Wenn etwas gut erzählt ist, merkt man oft gar nicht, dass man dabei lernt. Genau darin liegt der Unterschied zu kurzen Social-Media-Formaten: Ein langer Dokumentarfilm erlaubt Rhythmus – Stimmung, Musik, Fakten, Spannung und Ruhe wechseln einander ab – und schafft Eindrücke. Denn was uns berührt, bleibt auch hängen."

Nach dem Motto „Jede Geschichte braucht ein Aha“ suchen die Schukoffs schon seit 20 Jahren die Geheimnisse hinter dem Alltäglichen. Ihre Mission: Die Dinge zu hinterfragen und Berufsbilder, Kulinarik- oder Handwerkstraditionen vor den Vorhang zu holen, die wir heutzutage als alltäglich betrachten und die auf den ersten Blick meist gar nicht so sichtbar sind.

Der Weg zur Vermessung

Angefangen mit einem Film über die Wiener Semmel, landeten die Schukoffs über eine Dokumentation über das Berufsbild der Rauchfangkehrer („Vom Rußknecht zum Energieberater“) schließlich bei der Vermessungstechnik. Nach einem ersten Gespräch mit dem Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen Harald Meixner vor rund zwei Jahren und einer gut einjährigen Phase der Recherche und Vorbereitung begannen im Juni 2025 die Dreharbeiten zu „Österreichs Vermesser – Von der Messlatte zum Satelliten“ bei Arbeitsszenen der verschiedensten Vermessungsfirmen unter anderem an der TU Wien und nicht zuletzt im BEV. Die Dreharbeiten wurden Ende November 2025 abgeschlossen und nach einer Phase der Produktion und des Schnittes, folgt nun die Erstausstrahlung Anfang Juni.

Wichtig ist bei einem Projekt dieser Größenordnung, die Balance zu halten zwischen dem Anspruch der Wissenschaft und dem Interesse des Publikums. Dafür braucht es einen dramaturgischen Aufbau – für den Alexander Schukoff zuständig ist. Co-Produzentin Nadeschda Schukoff führt die Recherche durch und taucht tief in die Materie ein. Dabei gelingt den beiden eine „wunderbare Reise“, wie sie sagen, denn während der ersten Hintergrundgespräche lernen sie quasi mit – wie dann auch später die Zuschauerinnen und Zuschauer des Films. Der Wow-Faktor für Alexander Schukoff: „Die Urmappe. Von dieser habe ich nicht gewusst, nicht mal geahnt und dann durfte ich die Blätter selbst in der Hand halten!“

Hinter den Kulissen der Dreharbeiten

So sehr die beiden Filmschaffenden auch von dem Beruf der Vermessung und all seinen unterschiedlichen Einsatzgebieten begeistert waren, haben es nicht alle Ideen und Vorstellungen in die 45-minütige Dokumentation geschafft. Aus Sicherheitsgründen musste die Stadt Wien die Dreharbeiten zu Vermessungsarbeiten in U-Bahn-Schächten leider absagen, ähnliche Szenen konnten aber mithilfe der ÖBB eingefangen werden. Besonders beeindruckend für Alexander Schukoff waren die Vermessungsarbeiten im Semmering-Basistunnel und auch die Flugszenen haben einen Eindruck hinterlassen. Genauso wie die Demonstration des Austrian Positioning Service (APOS) bei einem Landwirt in Begleitung von Dipl.-Ing. Franz Blauensteiner, Leiter der Abteilung Referenzsysteme im BEV. Hier konnte live demonstriert werden, wie die Landwirte mithilfe von APOS ihre Felder in zentimetergenau bemessenen Spuren abfahren und damit Wasser, Sprit sowie wertvolles Samengut sparen können. Die größte Überraschung bei diesem Filmprojekt? Alexander Schukoff: „Wie hochdigitalisiert die Arbeit der Vermessung abläuft und was alles über Satelliten berechnet werden kann.“

Bei diesem Projekt ist der Wunsch entstanden, weitere technische und wissenschaftliche „Geheimnisse“ in den Fokus zu rücken – und der momentanen Wissenschafts-Skepsis entgegenzuwirken. Die nächsten Projekte sind bereits in Planung: Dokumentationen zu Kulinarik, Heilmittel oder Handwerk im Straßenbau.