Seit 2006 auf den Zentimeter genau: APOS feiert Geburtstag 28.09.2026 - Seit 20 Jahren liefert APOS, der Austrian Positioning Service des BEV, Korrekturdaten für zentimetergenaue Positionierung. Was 2006 mit zwei Produkten begann, ist heute in ganz Österreich gefragt – von der Landwirtschaft über Skigebiete bis zum Mähroboter im Garten. Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte und ein Blick nach vorn.

Die Geschichte von APOS beginnt schon Anfang der 1990er-Jahre. Auf Initiative des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entstand damals ein geodynamisches GPS-Netz mit dem Namen AGREF (Austrian Geodynamic Reference Frame). Eine der ersten Referenzstationen dafür war die IGS-Station GRAZ/Lustbühel. Sie und weitere Stationen der ÖAW setzten den Standard, an dem sich das BEV-Team beim Bau seiner eigenen GPS-Referenzstationen orientierte.

2002 wurde mit „ETRS89 Austria 2002“ das offizielle geodätische Datum festgelegt. Damit war die Grundlage für das APOS-Koordinatensystem geschaffen. Gleichzeitig wurde der Weg frei für das einheitliche, satellitengestützte Koordinatensystem ETRS89.

Der Startschuss: erste Stationen und Premiere 2006

2003 begann das BEV, die ersten Teilnetze von GPS-Referenzstationen in Oberösterreich und Vorarlberg aufzubauen. Die Vernetzung mit Bayern und der Schweiz über die Grenzen hinweg war dabei von Anfang an mitgedacht. Für die Berechnung der Korrekturdaten setzte man auf eine damals neue Methode, die „Virtuelle Referenzstation“ (VRS), mit der Vernetzungssoftware „GPSnet“ der Firma Trimble. Nach einer Testphase war es 2006 so weit: Beim Österreichischen Geodätentag in Krems präsentierte das BEV „APOS Real Time“ und „APOS Postprocessing“ als neue Produkte. Das war die Geburtsstunde von APOS.

Meilensteine: Schritt für Schritt zum Präzisionsdienst

  • April 2008: „APOS Real Time“ erreicht in ganz Österreich flächendeckend Zentimetergenauigkeit.
  • Juli 2010: Mit dem „APOS GIS-Grid“ steht allen Kundinnen und Kunden eine flächenbasierte Online-Transformation zur Verfügung. Sie ist in Lage und Höhe genauer als 15 cm, und es gibt in Österreich kein vergleichbares Angebot.
  • 2011: APOS bindet das russische Satellitennavigationssystem GLONASS ein und stellt das gesamte Produktivsystem um. Außerdem führt das BEV mit der Multijahreslösung AMON08 (Austrian Monitoring Network 2008) verbesserte Koordinaten als offizielle ETRS89-Realisierung ein.
  • Anfang 2019: APOS bietet als erster österreichischer Positionierungsdienst Korrekturdaten für das europäische Satellitensystem Galileo an.

2021: Präzision für die Landwirtschaft

Einen besonderen Schub brachte das Regierungsübereinkommen 2020. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Förderung sollte ein GNSS-RTK-Positionierungsdienst entstehen. Das APOS-Team nahm die Herausforderung kurzerhand an. Innerhalb weniger Monate baute es ein völlig neues System auf, das landwirtschaftliche Lenksysteme, etwa von Traktoren, automatisiert steuert. Im Februar 2021 ging „APOS Free RTK“ an den Start. Technische Basis ist die Zentralsoftware „GNSmart 2“ der Firma Geo++. Der Service feierte im Februar sein fünfjähriges Bestehen – lesen Sie mehr dazu hier.

Heute: vom Skigebiet bis in den Garten

Die Zahl der APOS-Nutzerinnen und -Nutzer wächst stetig und nähert sich bald der Marke von 9.500, mit rund 14.000 Rovern im Einsatz. Immer mehr Branchen entdecken die Vorteile zentimetergenauer Positionierung. Liftbetriebe präparieren damit ihre Skipisten effizienter, und Privatpersonen steuern so ihre Mähroboter.

Mit der Nutzung wachsen auch die Ansprüche. Viele Geschäftsprozesse hängen von einem Dienst ab, der rund um die Uhr funktioniert. Schon ein Ausfall von wenigen Sekunden ist für die Kundinnen und Kunden spürbar. Deshalb lag der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren darauf, den Dienst noch widerstandsfähiger und ausfallsicherer zu machen.

Der Blick nach vorn

Die Rahmenbedingungen für RTK-GNSS-Messungen verändern sich laufend. Als Nächstes stehen der weitere Ausbau der Referenzstationen und des Monitoringnetzwerks im Mittelpunkt, ebenso die Bereitstellung von Korrekturdaten für das chinesische Satellitensystem BeiDou III.

Das APOS-Team des BEV wird auch in den kommenden Jahren alles daransetzen, diese Herausforderungen bestmöglich zu meistern.